An die eigenen Stärken glauben und solidarisch weiterkämpfen
Die Auferstehung der Young Boys ist eine der Geschichten, die für Aufsehen sorgt: Nachdem der amtierende Meister lange im Tabellenkeller feststeckte, den Trainer früh ersetzte und in der Champions League auf dem enttäuschenden letzten Platz landete, scheint nach der Winterpause plötzlich alles anders: YB ist mit drei starken Siegen (5:1 gegen Sion, 6:1 gegen Yverdon, 2:1 in Lausanne) und zwei Unentschieden gegen GC und den FCW das erfolgreichste Team im neuen Jahr. Der FCW will sich trotz der eigenen Misere und dem Wiedererstarken der Berner nicht unterkriegen lassen: Ein Sieg ist das Ziel.
Ja, es war eine ganz bittere Niederlage am letzten Sonntag in Luzern. Ja, es gab Szenen, bei denen wir nicht bevorteilt wurden, Entscheide, die gegen uns liefen. Die rote Karte gegen Tobias Schättin, der Penalty kurz vor Schluss... und dies innert Wochenfrist, nachdem wir schon in Yverdon und gegen Zürich mit dem Schicksal haderten.
Doch so ungerecht, wie wir uns gerade behandelt fühlen: Auch diese Gefühle gehören zum Fussball und machen ihn zu dem, was er ist: Den faszinierendsten und packendsten Mannschaftssport der Welt. Manchmal wird man trotz des umfassenden Regelwerks und der meist guten Arbeit der Schiedsrichter:innen bevorteilt, manchmal stürzen einen Fehlentscheide ins Elend. Fehler passieren überall, wo Menschen arbeiten. Wichtig ist, dass wir aus Fehlern lernen und Fehler der andern nicht als Ausrede für unsere eigene Misere benutzen.
Am Schluss müssen wir uns auf uns konzentrieren und daran glauben, dass wir Spiele gewinnen und den Klassenerhalt schaffen können. "Das Momentum wieder auf unsere Seite bringen", wie es Captain Remo Arnold in einem Interview richtig sagte. Das Glück im Fussball trifft einem nicht zufällig, muss man es sich erarbeiten. Dazu gehört eine positive Einstellung, der Glaube an die eigene Kraft, ein intakter Teamgeist und ein klarer Plan.
Um den Boden unter den Füssen nicht zu verlieren, nützt auch ein Blick auf die Tabelle: Der FCW hat zwar sieben Punkte Rückstand auf den Zweitletzten Yverdon. Aber es stehen noch 15 Spiele auf der Agenda (zehn im dritten Durchgang, fünf nach der Halbierung der Tabelle). 15 Chancen, um Punkte zu holen und sich aus der misslichen Lage zu befreien. In Panik geraten oder sich dem Schicksal ergeben ist völlig fehl am Platz.
Natürlich kommt am Samstag kein leichter Gegner auf die Schützenwiese. YB scheint nach einer unterirdischen Vorrunde den Turnaround geschafft zu haben. Mit drei torreichen Siegen und zwei Remis sind sie momentan das beste Team der Rückrunde. Nichtsdestotrotz wird der FCW alles geben, um dem wieder erstarkten Favoriten ein Bein zustellen und nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.
Gemeinsam können wir diese Herausforderung packen. Und noch viel mehr: Den Klassenerhalt. Wenn die Mannschaft so solidarisch und mutig weiter macht wie in Luzern, wo sie gegen den Tabellenzweiten absolut auf Augenhöhe spielte. Wenn sie sich in allen Bereichen noch ein paar Prozente verbessert. Wenn jedes einzelne Teammitglied an die Grenzen geht und versucht, noch ein paar Prozente mehr herauszuholen. Wenn die Fans weiterhin so positiv und zahlreich hinter der Mannschaft stehen. Auf der Schützenwiese und an den Auswärtsspielen. Wenn wir zusammen das Momentum wieder auf unsere Seite ziehen.