Cup-Start: Der Weg nach Bern führt über Zürich
In der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups reist der FC Winterthur am Samstag an einen historischen Ort: Das Spiel gegen Zürich City SC aus der interregionalen 2. Liga findet im Stadion Utogrund statt, wo der FCW während der Corona-Zeit einen Teil seiner Heimspiele absolvieren musste.
Kurzer Rückblick in eine gefühlt längst vergangene Zeit: Wir schreiben das Jahr 2020, Corona bestimmt das Leben in vielen Bereichen, der Fussball findet, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt statt. Nach dem Lockdown lässt die SFL die letzten 13 Meisterschaftsspiele in der Challenge League im Juni/Juli nachholen, die letzten Cup-Runden finden sogar erst im August statt.
Weil der Rasen auf der Schützenwiese während der ursprünglich vorgesehenen Sommerpause erneuert wird, muss der FCW seine Heimspiele im Utogrund austragen. Damals schon für Rotweiss im Einsatz: Remo Arnold und Roman Buess.
SRF-Beitrag zum FCW im Utogrund: https://www.facebook.com/watch/?v=302047674172724
Erfolgreiche Zeit in der Fremde
Die Geisterspiele wurden auf der Schützenwiese mit einem coronagerechten Public Viewing übertragen und waren aus sportlicher Sicht erfolgreich: der FCW kassierte in den letzten sieben Runden keine einzige Niederlage und verwehrte GC, der damals auch in der Challenge League spielte, durch eine 6:0-Klatsche im Letzigrund die Aufstiegsbarrage. Das Utogrund schien dem FCW Flügel zu verleihen, er gewann im Zürcher Kleinstadion auch das Cup-Viertfinal gegen Bavois (4:0).
Nun kehrt der FCW an diesen historischen Ort zurück. Am Samstag, 17.30h, herrscht auf dem Utogrund wieder Cup-Atmosphäre – aber ohne Einschränkungen und Geisterstimmung. Das Fanionteam des Zürich City SC trägt seine Heimspiele normalerweise auf dem Sportplatz Neudorf in Oerlikon aus – doch der genügt anscheinend nicht den Vorgaben des Verbandes, und so musste sich der Verein nach einer Alternative umschauen.
Wer ist der Zürich City SC?
Der Zürich City SC ist ein junger Verein: 2019 gegründet, wurde er 2020 im regionalen Fussballverband FVRZ aufgenommen und betreibt neben dem Herrenfussball (2. Liga inter und 4. Liga) ein Frauenteam (3. Liga) und eine Nachwuchsabteilung (11 Teams plus Kinderfussball). Eine eigentliche Heimat hat der Klub nicht: Die Postadresse ist in Regensdorf, gespielt wird an drei Standorten in der Stadt Zürich. Im Frühling wollte sich der Zürich City SC mit dem SC YF Juventus Zürich zusammenschliessen. Die Fusionspläne platzten aber – aus reglementarischen Gründen, wie es von Seiten der beiden Vereine hiess.
Im Team des Zürcher Quartiervereins stehen zwei alte Bekannte: Christian Leite, der zwischen 2006 und 2014 rund 150-mal das Tor des FCW hütete, ist auch mit seinen 40 Jahren immer noch aktiv. Luis Frangao, der von 2006 bis 2012 mit dem FCW in der Challenge League spielte, amtet neu als Ko-Trainer.
Der FCW wird sich im Utogrund keine Blösse geben: Mit der angebrachten Portion Respekt vor dem Unterklassigen, einer konzentrierten Leistung und den guten Vibes aus der Vergangenheit will er in eine erfolgreiche Cup-Kampagne starten.
Vorwärts Winterthur, alli uf Züri! Damit uns der Utogrund wieder Flügel verleiht.
Infos zu Ticketing und Anreise im Matchcenter.