Den Abstieg als Chance nutzen
Der Abstieg in die Challenge League tut weh und stellt den FC Winterthur vor anspruchsvolle Aufgaben. Wir sehen die Herausforderungen als Chance, unser Fundament weiter zu stärken und mit einer neuen Mannschaft wieder anzugreifen – ohne dabei unsere Philosophie aus den Augen zu verlieren: Wir wollen sportlichen Erfolg, aber immer im Einklang mit unseren Werten, mit organischem Wachstum, gesundem Unternehmertum und ausgeglichenen Finanzen.
Wenn ein Klub aus der höchsten Liga absteigt, reichen die Folgen weit über das sportliche Ereignis und die emotionalen Befindlichkeiten der Fans hinaus. Ein Abstieg aus der Super League bedeutet weniger Einnahmen aus Sponsoring, Ticketing, Catering, Merchandising und den TV-Geldern, weniger attraktive Gegner, weniger Publikum und Publizität ... kurz: Ein Abstieg hat enorme Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den ganzen Betrieb.
Budget bei rund 10 Millionen Franken
Stand heute wird das Budget des FCW in der Challenge League rund 10 Millionen Franken betragen – in der Super League waren es noch rund 17 Millionen. Diese Einnahmen müssen für den ganzen Verein reichen (Profibereich, Frauenfussball, Talentschmiede, Geschäftsstelle, Sicherheit, Infrastruktur etc.).
Während die Kosten in der Challenge League nur in Teilbereichen ohne bewusst eingeleitete Sparmassnahmen sinken, schrumpfen die Einnahmen in allen Bereichen. Für die neue Saison werden die Preise für Tickets, Saisonkarten und Sponsoring ligagerecht festgelegt.
Einzig der jährlich budgetierte Beitrag unseres Hauptsponsors KELLER Pressure bleibt konstant auf 1,3 Millionen Franken. Damit übernehmen die Gebrüder Mike und Tobias Keller auch eine Liga tiefer ihre Verantwortung als Klubbesitzer und sorgen weiterhin für eine stabile Basis. Seit der Übernahme des Vereins im Jahr 2001 hat die Unternehmerfamilie Keller über 37 Millionen Franken in den FCW investiert und damit massgeblich dazu beigetragen, dass sich der damals marode Klub vom welken Mauerblümchen zum stolzen Aushängeschild für die ganze Region entwickelt hat.
Fundament stärken, gemeinsam wieder angreifen
«Wir hoffen mit unserem Engagement, dass möglichst viele Fans, Sponsoren und Unternehmen, die Bevölkerung und die Stadt mitziehen, damit wir bald wieder oben in der Super League anklopfen können», sagt FCW-Präsident Mike Keller.
Obwohl der FCW in der Super League das kleinste Budget zur Verfügung hatte, zieht er eine positive Bilanz: «Wir haben in den letzten vier Jahren viel erreicht, und darauf können wir alle sehr stolz sein.» Der erste Aufstieg nach 37 Jahren habe aber auch gezeigt, wie anspruchsvoll eine nachhaltige Etablierung in der Super League sei. Für den FCW-Präsidenten ist klar: «Wir haben Lust auf mehr, aber wir wollen unsere Führungs- und Klubphilosophie nicht aus den Augen verlieren: Gesundes Unternehmertum ist uns wichtig, wir wollen nachhaltig und organisch wachsen – dabei steht eine stabile Finanzlage über dem kurzfristigen sportlichen Erfolg.» Den Abstieg will der FCW positiv nutzen, um das Fundament des Klubs zu stärken und die operativen und organisatorischen Bereiche weiter auszubauen. Dazu gehören u.a. der Frauenfussball, die Finanzen, das Sponsoring und die IT-Systeme.
Kader verkleinern, neues Team formen
Auf sportlicher Ebene bringt der Abstieg einen Umbruch mit sich: «Der permanente Abstiegskampf in den letzten beiden Saisons hat Substanz gekostet», begründet Sportchef Oliver Kaiser. Er hat bereits eine Reihe von Spielern verabschiedet und wird zusammen mit Cheftrainer Patrick Rahmen eine neue Mannschaft zusammenstellen, die sich in der Challenge League behaupten kann. Das Kader aus der Super League soll deutlich reduziert und nebst gestandenen Spielern mit jungen Talenten ergänzt werden. Über die Transfers werden wir auf unseren Kanälen laufend berichten.