Positive Bilanz: Kommt St. Gallen zum richtigen Zeitpunkt?
Auf der Schützenwiese oder auswärts: Die Duelle gegen den FC St. Gallen sind immer intensiv, meist torreich und können auf beide Seiten kippen. Seit der FC Winterthur wieder erstklassig ist, sprechen die Resultate für Rotweiss: Der FCW hat in den zehn Super-League-Partien gegen die Ostschweizer nur dreimal verloren. Auch in der laufenden Saison gabs für St. Gallen nur wenig zu holen. Das macht auf Seiten des FCW Mut für die Partie vom Samstag. Nichts weniger als ein Sieg ist das Ziel!
Einmal mehr gab es am letzten Sonntag ein sehr treffendes Wort, um die Niederlage in Genf gegen den Favoriten Servette zu beschreiben: Bitter!
1:3 musste sich das Team von Trainer Uli Forte geschlagen geben – obwohl es gut mithielt, obwohl Goalie Stefanos Kapino beim Stand von 0:0 einen Elfmeter hielt, obwohl Ersatzgoalie Markus Kuster sich nach seiner Einwechslung gleich mit einem Big Save auszeichnete, obwohl Luca Zuffi den FCW per Penalty in Führung brachte und der favorisierte Servette, der seit sechs Runden ungeschlagen war, 70 Minuten lang nicht den Anschein machte, seine spielerische Qualität in Tore umzusetzen.
Doch dann passierten sie doch noch: Die individuellen Fehler, die beim FCW wie so oft in dieser Saison gnadenlos zu Gegentreffern führen. Ein Ballverlust im Mittelfeld, ein ungeschickter Zweikampf im Strafraum mit Penaltyfolge – und schon wird aus der hoffnungsvollen und keineswegs gestohlenen Führung eine 1:3 Niederlage.
Das ist einmal mehr bitter – wie schon in eigentlich allen bisherigen Niederlagen in der Rückrunde, die allesamt – wir wissen es – aus verschiedenen Gründen nicht zwingend waren.
Doch Lamentieren hilft nichts: Aufstehen, Staub abschütteln, weiter gehts! Noch ist der Kampf um den Ligaerhalt nicht verloren, denn auch die direkte Konkurrenz patzte. Und wichtig: Dem FCW fehlt nicht viel zum Erfolg. Also dranbleiben!
Never give up! Der Kampf geht in die nächste Runde. Und wie! Am Samstag empfängt der FCW den FC St. Gallen. Die Duelle zwischen den beiden Traditionsvereinen sind immer attraktiv und finden dank der beiden tollen Fussballstadien und den lautstarken Fankurven garantiert in einer tollen Atmosphäre statt. Die Schützenwiese wird auch diesmal wieder ausverkauft sein.
Dank der sportlichen Ausganglage wird das Spiel nochmals um eine Komponente spannender: Der FCW braucht dringend Punkte für den Klassenerhalt, der FC St. Gallen will am Ende des dritten Durchgangs unbedingt unter den ersten sechs Teams sein, die in der abschliessenden Finalrunde um den Titel und die europäischen Plätze spielen.
Wie ernst es den Ostschweizern ist, zeigte der Last-Minute-Transfer-Coup nach der Winterpause: Der FCSG konnte Jean-Pierre Nsame von Legia Warschau verpflichten, wenn auch aus Kostengründen nur leihweise. Der Top-Stürmer ist in der Schweiz bestens bekannt aus seiner Zeit bei YB und Servette. Das Spezielle: Ihm fehlt nur noch ein Skorerpunkt, um die Super-League-Rekord-Marke von Marco Streller (111 Tore) zu pulverisieren.
Der FCW will sich davon nicht beeindrucken lassen. Fussballfest ja, aber sicher nicht wegen eines neuen Torrekords, sondern dank drei Punkten für ein rotweisses Halleluja!