Den Tabellenführer schlagen: Jemand muss es thun – wieso nicht wir?
Zum Abschluss der beiden englischen Wochen empfängt der FC Winterthur den FC Thun. Der Aufsteiger und souveräne Tabellenführer aus dem Berner Oberland hat 2026 alle Spiele gewonnen und somit in sechs Runden mehr Punkte geholt als der FCW in der ganzen Saison. Für Winterthur also eine «Mission impossible»? Mitnichten! Denn jede Serie geht einmal zu Ende. Warum nicht am Samstag auf der Schützenwiese?
Willkommen, werte FCW-Gemeinde, in der rotweissen Achterbahn der Gefühle: Nach den beiden erfolgreichen Heimspielen gegen Lugano und Lausanne waren wir im Hoch. Die lang ersehnte Wende, der Ligaerhalt, es kommt gut!
Doch kaum breitet sich das wohlig freudige Gefühl der Zuversicht in alle Bereiche aus, rüttelt und schüttelt es schon wieder heftig... und drei Niederlagen, 14 Gegentore und null Punkte später scheint die Wende wieder weit, weit weg zu sein.
Doch Aufgeben gibt es nicht. Auch nach drei bitteren Niederlagen in Serie stirbt die Hoffnung zuletzt! Die Chance zum Ligaerhalt ist nach wie vor vorhanden. Nach der Schlappe im Nachtragsspiel gegen den Tabellenzweiten FC St. Gallen am letzten Mittwoch ist der Rückstand auf GC zwar nicht wie erhofft kleiner geworden. Aber auch nicht grösser. Nach wie vor gilt es, sieben Punkte aufzuholen – das ist machbar, wenn man bedenkt, dass noch acht Spiele im dritten Durchgang und weitere fünf in der Abstiegsrunde ausgetragen werden müssen. Es sind also noch satte 39 Punkte zu vergeben!
In Anbetracht der Ausgangslage und mit der Erfahrung aus der letzten Saison, als der FCW das Unmögliche geschafft hatte, glauben wir bis zuletzt an unsere Chance: Der FCW kann den 11. Tabellenplatz, der zu den Barragespielen gegen den Zweiten der Challenge League berechtigt, immer noch erreichen.
Aber klar: Dazu muss der FCW defensiv stabiler und offensiv effizienter werden und in der Konsequenz mehr Spiele gewinnen. Die Leistungen waren in den Duellen gegen Zürich, YB und St. Gallen allesamt ungenügend. Daran muss die Mannschaft von Patrick Rahmen hart arbeiten.
Das bevorstehende Programm lässt keine Zeit zum Verschnaufen: Am Samstag kommt der formstarke Leader auf die Schützenwiese, eine Woche später geht es bereits wieder gegen den FC St. Gallen – diesmal auswärts im Kybunpark, wo die Ostschweizer aber nicht mehr so unwiderstehlich sind wie in den letzten Jahren.
Ja, der FC Thun: Im Berner Oberland spielt sich momentan ein Fussballmärchen ab. Im Sommer nach einigen Jahren Zweitklassigkeit wieder aufgestiegen, vollbringt das Team von Trainer Mauro Lustrinelli eine unglaubliche Leistung – dank Konstanz im Kader und dem Trainerteam, Zielstrebigkeit und guter Arbeit. Anfänglich noch mit der Aufstiegseuphorie erklärt, gewinnt Thun Spiel um Spiel. Momentan sind es acht am Stück, sechs davon im laufenden Jahr. So lautet eine der grossen Frage im Schweizer Fussball derzeit: Wann kassieren die Berner Oberländer die erste Niederlage 2026?
Jemand muss es thun. Warum nicht der FCW? Vorwärts Winterthur, geben wir zusammen nochmals alles für den Sieg und den Ligaerhalt!