Next Match

Sa   03. Juni 2017   17:45

FCW

- : -

Chiasso

Last Match

Sa   27. Mai 2017   19:00

Xamax

4 : 1

FCW

Hauptsponsor

Keller

Ko-Sponsoren

  • DE Druck AG
  • Haldengut
  • gpard

Fahrzeugpartner

Auto Haerti AG

Medienpartner

  • Der Landbote
  • Winterthurer Stadtanzeiger
  • Radio Top

Vitaminspender

Biotta AG

Webdesign

Digicom Digitale Medien AG

06.02.2017, 09:20 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Presseschau: Ein Debakel, einfach nur ein Debakel

LANDBOTE: Früh war der FCW in Führung. Aber dann fiel er, wie sein Trainer Sven Christ sagen sollte, in eine «Schockstarre». So verlor er in Chiasso noch 1:4 und lieferte er den bedenklichen Beweis, für den Abstiegskampf noch nicht bereit zu sein.

 

Der Anfang war eigentlich nur die Fortsetzung der meisten FCW-Auftritte im Riva IV in den vergangenen Jahren. Oft hat er dort gewonnen, sechs von elf Spielen, nur einmal hat er verloren – durch ein Tor in der Nachspielzeit. Und nun schlug in der 4. Minute Robin Kamber einen Flankenball in den Strafraum; Romain Dessarzin legte ihn mit der Brust zurück an die Strafraumgrenze, und von dort schlug ihn Silvio mit einem Dropkick in die rechte hohe Torecke. Es war das erste Tor Silvios, seit er am 1. Oktober in Neuenburg das 1:0 gegen Xamax geschossen hatte.

Damals allerdings – und daran mochte an diesem kalten, regnerischen und denkbar unfreund­lichen Tessiner Wintertag keiner denken – hatte der FCW noch 1:4 verloren. Und eingesetzt hatte damit seine Negativserie, der keines der neun Spiele des zweiten Viertels gewinnen konnte.

Aber eben, niemand konnte sich nach Silvios Tor, nach der ­guten ersten Fortsetzung des Spiels in Chiasso durch ihn und seine Teamkollegen vorstellen, dass am Schluss wieder ein 1:4 in der Resultatliste stehen würde. Das zehnte Ligaspiel in Folge ­ohne Sieg, die schlechteste Serie seit acht Jahren – und dies nicht gegen eine unbestrittene Spitzenmannschaft wie Xamax, sondern gegen den FC Chiasso, der mit seinen in jeder Beziehung knappen Ressourcen manchen als Abstiegskandidat Nummer 1 gilt. Niemand konnte sich vorstellen – und man muss es nochmals genau so formulieren –, dass diese Tessiner Mannschaft am Schluss von ihren paar hundert Fans für ein 4:1 gefeiert würde, das in seiner Höhe auch noch absolut den Ereignissen entsprach.

Wie nie mehr seit 1998 ...

Aus Winterthurer Sicht ist das nichts anderes als ein Debakel, als ein Debakel, wie man es seit dem Abstieg des FCW in die 1. Liga 1998 nicht mehr in Erinnerung hat. Nicht in der Meisterschaft, im Cup mit dem Out gegen den FC Seefeld schon. Vom 1:1 der Tessiner durch Deniz Mujic nach einer halben Stunde bis zum 4:1 durch den Franzosen Younes Marzouk in der 86. Minute. Das erste Tor fiel, als dem Fighter ­Mujic, dem Österreicher der Tessi­ner, ein Eckball schön vor die Füsse flog. Das vierte fiel, nachdem Andrea Padula den FCW-Routinier Luca Radice wie einen Schulbuben hatte stehen lassen und dann fein zurück zum Kollegen Marzouk gepasst hatte.

Marzouk war einer von vier Neuen, die Trainer Giuseppe Scienza aufgestellt hatte. Er spielte zuletzt bei Angers B in Frankreichs 5. Liga; er hatte gleich nach der Pause, nach einem weiten Pass, der ihn alleine vor Torhüter David von Ballmoos gebracht ­hatte, das 3:1 erzielt. Auch das 2:1 ging aufs Konto eines Neuen. Der Linksverteidiger Simone Belometti, aus Luganos U21 gekommen, spielte sich den Weg aus der Abwehr bis vors Winterthurer Tor nahezu ungehindert mit drei Doppelpässen frei. Am Schluss hatte er noch das Glück, dass ihm der von von Ballmoos abgewehrte Ball wieder vor den Fuss prallte.

Es schien, als könnten die Tessiner fast nicht begreifen, was ihnen da widerfuhr. Sie kämpften sich in ein Spiel zurück, das sie klar unterlegen begonnen hatten. Sie fighteten zunehmend besser als der Gegner, und sie zeigten, siehe das vierte Tor, schliesslich auch spielerische Anlagen, die ihren Trainer von «aussergewöhnlichen letzten 20 Minuten sprechen liess.» Geradezu «beispielhaft» sei gewesen, wie seine Mannschaft «taktisch gespielt» habe.

«Lehrstück» für Abstiegskampf

Dass der FCW dieser Tessiner Mannschaft, die auch noch auf ihren prominentesten Mann, ­Alberto Regazzoni, verzichtete, schliesslich überhaupt nicht mehr gewachsen war – das war eine bittere Erkenntnis. Zwei Gelegenheiten gabs noch, Kopfbälle Silvios und Julian Roths beim Stande von 1:3, die ein Tor hätten bringen können. Aber vor allem war es, wie auch Trainer Christ feststellte, «ein Lehrstück» dafür, wie man im Abstiegskampf aufzutreten hat. Christ empfand dieses 1:4 als «einen Schlag ins Gesicht wie vor einem Jahr das 1:4 gegen Wohlen. Jetzt muss man dar­auf rea­gie­ren.» Damals folgten dieser kapitalen Nie­der­lage im ersten Match unter Christ ein 1:0 in Biel und ein 1:0 daheim gegen Schaffhausen. Doch diesmal dünkt einen der «Schlag ins Gesicht» doch noch wesentlich schmerzhafter, denn vor einem Jahr rutschte der FCW damit nicht in Richtung Ab­stiegs­zone. Diesmal ist er schon mittendrin, denn Chiasso ist nun gleich­auf, der FC Schaffhausen nur noch vier Punkte zurück.

Ungenügende Doppelsechs

«Wir haben», sagte Christ noch, «taktisch nicht viel falsch gemacht. Aber wir sind nach einer halben Stunde in eine Schockstarre gefallen.» Bis zum 1:1 habe seine Mannschaft alles im Griff gehabt, umso ärgerlicher sei, ja geradezu unerklärlich, was sich nachher zugetragen habe. Fakt ist, dass sich Unzulänglichkeiten schon vor dem ersten Tor einzuschleichen begannen. Beispielsweise verlor die Mannschaft all-mählich ihre Ruhe und Ballsicherheit im Aufbauspiel – grundlos eigentlich, wenn man den Gegner eben im Griff hat. Die ersten Anzeichen lieferte das zentrale Duo Kreso Ljubicic/Kamber. Aber auch Arxhend Cani, nicht überraschend als zweite Offensivkraft neben Silvio aufgestellt, hatte Mühe, seine Rolle zu finden. Auf Rechtsaussen kam Dessarzin nicht ins Spiel, ihn stellte Belometti einfach auf die Seite. Unsicherheiten waren bald einmal auch beim neuen Innenverteidiger Zlatko Hebib zu sehen; etwa Fehlpässe, die dem Gegner als Spieleröffnung dienten.

Gut – wenn auch glücklos – war von Ballmoos, stark Silvio, in Ordnung der Auftritt Michel Avanzinis, auch jener des Nachwuchs-Verteidigers Julian Roth. Aber Ljubicic muss sich schnell, zwingend und stark steigern, will er der Rolle gerecht werden, die ihm zugedacht ist und die – als Leader – so wichtig ist. Ihm ging an diesem Abend jegliche Präsenz eines Führungsspielers ab.

Christ nahm dann drei Wechsel vor: Dessarzin als ersten auszuwechseln, war vertretbar – aber nicht durch Manuel Sutter, der nicht in der Verfassung für einen Einsatz schien. Es folgte Rafhinha, schliesslich Ljubicic; es kamen die Offensivkräfte Luka Sliskovic und Jordi Nsiala. Geholfen hat das nichts, und es hätte einige Kandidaten gegeben, die vor Rafhinha ausgetauscht gehört hätten. Es gab doch Ansätze dafür, der Brasilianer mit vorarlber­gischen Vorfahren könnte zu einem Gewinn werden.

Aber insgesamt ist zu sagen, dieser FCW habe als Kollektiv verloren, ja er sei förmlich untergegangen. Er hat so die ­erste Gelegenheit verpasst, sich möglichst schnell dem Abstiegskampf zu entziehen. Der droht ihm nun, und es gibt noch keine Beweise, er habe die dafür geeigneten Charaktere. Der Trainer, das ist auch keine Floskel, sondern ein Fakt, muss diese aufkommende Unruhe entscheidend eindämmen – sonst ist er plötzlich mittendrin. Tage wie dieser werden im Abstiegskampf vielleicht einmal verziehen. Denn es sei nochmals gesagt: Es war ein Debakel, einfach nur ein Debakel. hjs

 

 

 

FAN-SCHICKSAL

Sechs Stunden für fünf Minuten

Eine 1:4-Niederlage ihrer Mannschaft ist für Fussballfans eine schmerzliche Sache, zumal in einem Spiel, in dem es um viel geht – wie bei diesem ersten Abstiegskampf des FCW in Chiasso. Aber noch schlimmer muss sein, diese Niederlage nicht einmal gesehen zu haben, obwohl einem der weite Weg ins Tessin nicht zu viel war. 75 FCW-Fans füllten einen Doppelstöcker bis auf den letzten Platz, der Bedeutung des ersten Punktspiels des Jahres bewusst. Aber als der Match im Riva IV dann begann, war keiner von ihnen da. Keiner sah das vielversprechende 1:0, das doch vor «ihrer» Kurve gefallen wäre. Allerdings musste auch keiner mit ansehen, wie die Tessiner das Spiel zu einem 4:1 kehrten. So stands nämlich, als der Bus der Winterthurer Fangemeinde hinter dem Stadion haltmachte. Genau 88 Minuten waren gespielt, als die 75 die Stehrampe erklommen. Fünf Minuten später war der Match vorbei. Die geschlagenen «FCW-Helden» kamen vorbei, dann gings wieder nach Hause. Ein Motorschaden hatte den Doppelstöcker an der Gotthard-Nordrampe gestoppt. Ersatz wurde herbeigerufen – allerdings aus dem fernen Frauenfeld. Bis der zugegen war, war der Spielbeginn schon gefährlich nahe. Und wie lange sich das Tessin von Airolo bis Chiasso hinzieht – das empfindet als noch länger, wer drunten im Süden einen wichtigen Termin hat. Sie hätten sich dann, vom 1:0 und dem sich doch abzeichnenden Sieg in Kenntnis gesetzt, gesagt: «Dann kommen wir halt gerade noch recht, den Sieg zu feiern.» So berichtete später einer. Nicht mal daraus wurde an diesem für die FCWler jeder Schattierung verkorksten Samstag etwas. Trotz sechs Stunden im Bus für fünf Spielminuten, die Wartezeit natürlich nicht eingerechnet. Auf der Heimreise übrigens wurde die glücklose Delegation nochmals gestoppt: In Bellinzona musste sie wieder umsteigen in den Doppelstöcker, der mittlerweile wieder fahrbereit war. Den Namen des Unternehmens wird sich jeder Beteiligte gemerkt haben.

 

 

+ + + M A T C H T E L E G R A M M  + + + 

FC Chiasso – FC Winterthur 4:1 (2:1)

Samstag, 4. Februar 2017, 17.45h, Riva IV – 460 Fans (davon schlussendlich 100 aus Winterthur) – SR Erlachner

Tore: 4. Silvio 0:1. 30. Mujic 1:1. 37. Belometti 2:1. 49. Marzouk 3:1. 85. Marzouk 4:1.

Chiasso: Bellante; Urtic, Ivic, Cinquini, Belometti; Simic (70. Monighetti), Palma (74. Abedini), Said, Padula; Mujic, Marzouk (81. Gui Inters).

FCW: von Ballmoos; Avanzini, Hebib, Roth, Radice; Kamber, Ljubicic (68. Nsiala); Dessarzin (51. Manuel Sutter), Cani, Rafhinha (57. Sliskovic); Silvio.

Bemerkungen: Chiasso ohne Torhüter Guatelli, Kaufmann, Delle Carri (verletzt), Guarino und Hiwat (nicht im Aufgebot); mit vier Neuerwerbungen (Cinquini, Belometti, Sid und Marzouk in der Startelf. – FCW ohne Ersatztorhüter Minder, Schättin, Russo, Mangold, D’Angelo, Nicolas Sutter, Gazzetta (verletzt) und Katz (gesperrt); Challenge-League-Debüt in Arxhend Cani (19) und Rafhinha (25).

Verwarnungen: 31. Palma (Foul). 59. Cani (Foul). 68. Said (Foul). 80. Monighetti (Foul).

 

 

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

*
*