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13.02.2017, 10:54 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Presseschau: Vom einen Debakel ins nächste

LANDBOTE: Von einem 1:4 in Chiasso zu einem 1:4 daheim gegen Servette, elf Spiele ohne Sieg – der FCW befindet sich im freien Fall. Und kann sich in dieser heiklen Lage nicht entscheiden, wie es mit dem Trainer weitergeht.

 

«Worst case» oder «Murphy’s Law», das Gesetz, nach dem alles schief läuft, was schief laufen kann – so nur war zu beurteilen, was an diesem späten Samstagnachmittag auf der Schützen-wiese mit dem FCW passierte. Es war noch Glück, dass die von der ersten Sekunde an dominanten Genfer in der 4. Minute noch den Pfosten trafen. Aber dann leis­tete sich FCW-Nachwuchsmann Julian Roth einen Fehlpass; Ser­vettes Routinier Alexandre ­Alphonse enteilte ihm; Roth griff im Strafraum zu einem Foul. Dass es Elfmeter gab, den Servettes Skorer Jean-Pierre Nsame zum 0:1 verwertete, war das eine; dass der 19-jährige Roth in seinem dritten Spiel im «Eins» vom Platz musste, obwohl es gemäss neuer Regelauslegung keineswegs angebracht wirkte, war das andere.Nach 23 Minuten stand es, durch Nsames zweiten Treffer, 0:2. Robin Kamber hatte mit betont schwachem Zweikampfverhalten im Mittelfeld den Genfern die Gelegenheit zum schnellen Durchstoss geboten. Es war ein Zweikampfverhalten, wie es für diesen FCW typisch war – und für Mannschaften in Unterzahl und in Abstiegsgefahr schon gar nicht angebracht ist. «Ausgerastet» sei er da auf der Bank, sagte Trainer Sven Christ hinterher.

Zu keiner Sekunde im Spiel

Fakt war, dass der FCW nicht nur von der ersten Minute an nicht im Spiel gewesen und von selbst- und stilsicheren Genfern dominiert worden war. Fakt war auch, dass er zu keiner kämpferischen Reaktion fähig war, wie er von Mannschaften in ihrer Situation erwartet werden muss. Nach der Pause mag etwas höheres Bemühen erkennbar gewesen sein, aber an der Überlegenheit der Genfer änderte sich nichts. Man musste zwischendurch noch mehr befürchten als ein zweites 1:4 hinter­ein­ander. Aber nach ihrer Doublette vom 0:2 zum 0:4 in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit schraubten die Genfer ihre Produktion zurück. Nsame begnügte sich mit drei Toren, die Direktabnahme Marco Delleys zum 3:0 war allerdings das schönste des Abends. Nsame fuhr heim mit der persönlichen Bilanz von nun 14 Toren aus 16 Spielen.

Es war eine besondere Gnade des Fussballgottes, dass er dem FCW das letzte Tor zugestand. Romain Dessarzin flankte, Silvio köpfelte den Ball ins Tor. Dass Silvio der einzige Winterthurer wurde, der in diesem Match – neben den Verwarnten und dem vom Platz Gestellten – Eingang in die Statistiken fand, war nichts als logisch. Keiner wehrte sich so mannhaft wie er.

Insgesamt aber war der FCW keinesfalls fähig «zu liefern», wie sein Trainer es vorher gefordert hatte. Es war erneut keine Mannschaft auf dem Platz, die als Einheit zu erkennen war. Natürlich fallen wenigstens vereinzelte der vielen Absenzen ins Gewicht, am ehesten jene Marco Mangolds. Aber es ist schon sehr erstaunlich, wie sich die beiden Gegner des Samstags im Laufe der Saison entwickelt haben: Der Aufsteiger aus Genf über das 2:3 im September auf der Schützi über das 1:1 im Dezember im Stade de Genève bis zu diesem 4:1. Er hat in dieser Zeit den FCW eingeholt und stehen lassen.

Die bedrohliche Tendenz

Selbst Torhüter David von Ballmoos, eigentlich eine unbestrittene Stütze, leistete sich den Aussetzer, beim Stand von 0:3 gegen ein viertes Tor zu reklamieren. Er sah dafür offenbar Gelb und ist nun am kommenden Montag im Heimspiel gegen den FC Wohlen, im nächsten Abstiegskampf, gesperrt. In der zweiten Halbzeit stand, anstelle des besonders enttäuschenden Kamber, auch Gianluca D’Angelo wieder auf dem Platz, der doch eigentlich in den «Planungen keine Rolle mehr spielen» sollte (Trainer Christ). Der Coach, offensichtlich gezeichnet, nahm hinterher selbst das Wort «Debakel» in den Mund, in Chiasso war ihm diese Wertung des Auftritts noch zu harsch gewesen. «Das tut weh,» sagte er noch. Es war ihm klar, dass ihm der Turnaround nicht annähernd gelungen war. Dass ihn, man muss es auch so sehen, die Mannschaft im Stich gelassen hatte.

«Es muss was passieren», sagte er noch, ehe er in seine Kabine ging. «Nicht meine Entscheidung» sei, natürlich, was nun mit ihm passiere. Das aber ist eine ­andere, eine wenig rühmliche ­Geschichte. Gestern Morgen stand Christ auf dem Platz, die Spieler waren – anders als ursprünglich vorgesehen – aufgeboten. Christ sagte ihnen, was er von der Leistung halte.

Klar ist, dass die Entwicklung nicht für den Trainer spricht, eindeutig nicht. Die ohnehin schon schlechten Zahlen, vor allem aber die Tendenzen urteilen gegen ihn. Sie seien wiederholt: von den schon mässigen 21 Punkten aus 17 Spielen im Frühjahr zu den 18 aus 20 Matches in der neuen Saison, zu einem Schnitt von weniger als einem Punkt. Von den 14 Punkten aus dem ersten Viertel zu den noch kümmerlichen vier aus den elf Matches seither. Erhärtet wurde diese miese Bilanz mit dem Start ins neue Jahr, den beiden 1:4.

«Intensive Diskussionen»

Die Mannschaft war zum Abstiegskampf nicht bereit, dem möglichst schnell zu entgehen sie vor einer Woche in Chiasso angetreten war. Wie sie in kürzester Zeit auseinanderfiel, vom guten, scheinbar selbstsicheren Start mit dem frühen 1:0 im Tessin hin zu dieser tristen Vorstellung vor eigenem Publikum – das war aus Sicht des FCW-Fans grausam. Wie gnädig die Zuschauer mit der Mannschaft umgingen, auch wenn manche frühzeitig gingen, sei da auch noch erwähnt.

Die Entscheidung, die selbstredend nicht in Christs Befugnis ist, hat die Vereinsführung zu fällen. Manche dachten, sie sei – gegen den Trainer – schon nach der Nieder­lage in Chiasso fällig; noch mehr dachten, sie sei nach diesem nächsten 1:4 gegen Servette überfällig. Der Vereinssprecher in diesem Fall ist Mike Keller, der Vizepräsident. Und er sagte am Sonntagnachmittag: «Der Vorstand ist in intensiven Diskussionen.»

Das heisst, weil man Keller glauben darf, dass die Entscheidung nicht gefallen ist. Das allein ist schon nicht gut, beschädigt alle Beteiligten. Vor allem wirft es ein schlechtes Licht auf den Verein. Und wenn der Trainer trotz allem im Amt bleiben sollte, dann wenigstens mit der Klarheit, die ihm – wenn überhaupt – eine Chance gäbe. Wie sie der St. Galler Präsident Dölf Früh im Falle Joe Zinnbauers zeigte. Aber diese Chance dünkt einen schon vertan. Ein Abstiegskampf erlaubt keine Zweideutigkeiten, kein Zögern.

Keine Rolle spielt da, dass sich der «Blick» mit einem Geschichtchen meldet mit möglichen Kandidaten auf Christs Nachfolge. Da zeigt sich höchstens, wer gerne Trainer auf der Schützi würde. hjs

 

 

+ + +  M A T C H T E L E G R A M M  + + +

FC Winterthur – Servette 1:4 (0:2)

Samstag, 11. Februar 2017, 17.45h - Stadion Schützenwiese. – 2000 Fans – SR Dudic. – Tore: 10. Nsame (Foulpenalty) 0:1. 23. Nsame 0:2. 51. Delley 0:3. 55. Nsame 0:4. 85. Silvio 1:4. – FCW: Von Ballmoos; Avanzini, Hebib, Roth, Di Gregorio; Rafhinha (58. Dessarzin), Kamber (46. D’Angelo), Lanza, Radice; Cani (11. Schuler); Silvio. – Servette: Frick; Sauthier (62. Yagan), Mfuyi, Cadamuro, Faug-Porret; Doumbia, Maouche (83. Pont); Vitkieviez, Alphonse (73. Berisha), Delley; Nsame. – Bemerkungen: FCW ohne Ersatztorhüter Minder, Russo, Schättin, Ljubicic, Mangold, Nicola Sutter, Gazzetta, Nsiala (allesamt verletzt oder im Aufbautraining) und Katz (aus privaten Gründen nicht im Aufgebot); Schuler nach seiner Einwechslung Innenverteidiger, der FCW in einem 4-4-1. – Servette ohne Le Pogam, Hasanovic (gesperrt), Fabry Castro und Libertazzi (nicht im Aufgebot). – 4. Pfostenschuss von Nsame. – Platzverweis: 9. Roth (Notbremsefoul; Fehlentscheid). – Verwarnungen: 55. Von Ballmoos (Reklamieren; fürs Spiel gegen Wohlen gesperrt). 58. Di Gregorio (Foul). 75. D’Angelo (Foul).

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