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22.04.2017, 10:31 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Pressevorschau: Ein Mann für beide Wege

LANDBOTE: Gegen Servette würde der FCW am Samstag im Stade de Genève gerne seine gute Serie im Abstiegskampf fortsetzen. Mit seiner neuesten Stütze, dem Genfer Karim Gazzetta. Aber Servette ist, vor Xamax und selbst dem FCZ, die beste Mannschaft 2017.

 

Am 26. September des vergangenen Herbsts, einem Montagabend, schlug der FCW auf der Schützenwiese dank einer starken zweiten Halbzeit Servette 3:2, und der Genfer Fussballer Karim Gazzetta wechselte nach Winterthur. Am Samstag darauf trug Gazzetta erstmals ein FCW-Dress, mit der U21 gegen den St. Galler Nachwuchs. Nach 25 Minuten war dieses Debüt beendet. Ein ungeahndetes Foul hatte Gazzetta mit einer gravierenden Fussverletzung vom Feld gezwungen.

Es dauerte bis ins Frühjahr, bis die für sie ziemlich unbekannte Grösse Gazzetta für die FCW-Gemeinde sichtbar wurde – und das war ausgerechnet im Cup-Viertelfinal gegen die Young Boys. Da bot er, der sich das selbst noch nicht zugetraut hatte, 120 Minuten lang eine erstaunliche Leistung. Gewiss, das Foul an der Strafraumgrenze, das den Freistoss zum 0:2 zur Folge hatte, war vermeidbar. Aber Gazzetta war eine Entdeckung in dieser Überraschungsmannschaft.

«Ein Typ wie Freuler»

Mittlerweile ist er schon mehr. In den letzten sechs Matches stand er stets in der Startelf, stets spielte er gut, aktuell ist er also eine unbestrittene Stammkraft, als «Achter» im Mittelfeldtrio mit Robin Kamber und Kreso Ljubicic. Eine Qualität hat er vor allem: Er ist ein Zweiwegspieler. Kein anderer im Kader verbindet Qualitäten als aggressiver Zweikämpfer und damit guter Defensivspieler mit jenen als technisch gute Offensivkraft so sehr wie er.

Von den andern mögen die einen rein defensiv, andere offensiv besser sein – die Balance zwischen beidem findet keiner so gut wie Gazzetta. Einen «Typ wie Remo Freuler», der inzwischen vom FCW-Spieler zum Serie-A-Profi und Nati-Debütanten aufgestiegen ist, sieht Trainer Umberto Romano in Gazzetta.

Also ist der ein Gewinn für den FCW und ist der FCW offensichtlich auch für ihn einer. Zwar gehörte er als Teenager zu den grössten Hoffnungen in der bekannt starken Juniorenbewegung Servettes. Er spielte in der sportlich erfolgreichen, finanziell aber desaströsen Challenge-League-Saison 2014/15 als knapp 20-Jähriger regelmässig im «Eins». Er war Stammkraft des Teams, das 2015/16 die Rückkehr aus der Promotion League schaffte. Aber mit Anthony Braizat, damals (Jung-)Trainer, «gings nicht», sagt er heute. Also war bald einmal nicht zu übersehen, dass auch der Verein nicht mehr wirklich mit ihm plante.

Deshalb wurden Kontakte mit dem FCW aktiviert, die seit geraumer Zeit bestanden – seit der FCW mal gegen die U21-Nati mit Gazzetta gespielt hatte. Obwohl des Deutschen nicht mächtig, wechselte Gazzetta Ende September also nach Winterthur. Dort fühlt er sich mittlerweile nicht nur überraschend wohl, zumal er endlich wieder auf dem Niveau Challenge League spielen kann.

Aus seiner Sicht soll es so weitergehen. Und das freut die Exponenten des Vereins. Die vertraglichen Konditionen sehen ja auch so aus: Spielt Gazzetta noch dreimal, hat er genügend Einsätze, dass eine Option auf seine definitive Verpflichtung greift. Er sieht das gerne, der Verein sowieso.

Schwachpunkt Toreschiessen

Typisch fürs Wirken Gazzettas war beispielsweise, wie er vor zwei Wochen Gianluca Frontinos 2:0 gegen Aarau vorbereitete: In Bedrängnis angespielt, löste er sich mit energischem Antritt in den Strafraum hinein, trocknete mehr als einen Aarauer ab und seinen präzisen Rückpass verwertete Frontino.

Dass es Gazzettas bis heute einziger Assist ist, liegt nicht an ihm. Allein am vergangenen Samstag gegen Le Mont legte er mindestens drei «sichere» Torchancen auf, keine wurde genutzt. Anderseits hätte auch er selbst mindestens ein Tor schiessen müssen, beispielsweise als er nach Frontinos frühem 1:0 mit einem feinen Zuspiel Silvios alleine auf Torhüter Anthony Favre zulaufen konnte – und scheiterte.

«Das Toreschiessen – ja, es ist noch mein Schwachpunkt», sagt Gazzetta selbst. In bisher 34 Spielen in der Challenge League hat er nur eines geschossen. Das war im März 2015 auf dem Weg zu einem 2:1-Heimsieg Servettes gegen den FC . . . Winterthur. Heute steht ­also wieder Servette – FCW auf dem Programm, mit Gazzetta, Genfer und Sohn eines Italieners und einer Algerierin, in neuem Trikot.

Es wird das Spiel des Tabellendritten sein, der nach dem Abgang des FCZ in der kommenden Saison die Rückkehr in die Super League anstrebt, gegen den noch immer stark abstiegsgefährdeten Tabellensiebten. Vor allem ist es das Spiel zweier Teams in Form: Keine Mannschaft hat 2017 so viele Punkte gewonnen wie Servette mit seinen acht Siegen und zwei Unentschieden; seit dem 2:3 in Winterthur zum Ende des ersten Viertels hat Servette überhaupt nur noch eines von 19 Spielen verloren, daheim gegen den FCZ. Das sind schon Zahlen, die einen Genfer fürs neue Fussballjahr optimistisch stimmen können. Aber es sieht auch so aus, dass Servette seinen Topskorer Jean-Pierre Nsame (24/21 Tore in 24 Spielen) verliert. Es sind wohl nur noch diese Fragen offen: Wohin und für wie viel Geld?

Romano und die Premiere

Der FCW seinerseits hat zuletzt viermal in Folge nicht mehr verloren, was er seit den fünf Ligaspielen ohne Niederlage vom 21. August bis 26. September nicht mehr schaffte. Er hat nun aber auch zweimal hintereinander gewonnen, was er zuletzt im Februar 2016 schaffte. Siege in Genf sind in der jüngeren Vergangenheit allerdings eine Rarität: Im Frühjahr 2006 gewann der FCW gegen den damaligen Erstligisten Servette einen Cup-Viertelfinal in der Verlängerung 3:1, im Frühjahr 2007 gewann er, schon mit Luca Radice, 3:2. Seither gabs in neun Spielen keinen Winterthurer Sieg.

Romanos Thema sind diese Zahlen allerdings nicht. Ihm ist «wichtig, dass wir unsere letzten Leistungen bestätigen». Gelingt das heute und in den nächsten Wochen, wird sich der FCW retten. Heute übrigens ist eine Premiere zu erwarten: dass es, im zehnten Spiel unter dem Duo Romano/Dario Zuffi, erstmals keine Änderung gibt. Es sollen also dieselben elf beginnen wie gegen Le Mont. (hjs)

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