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25.02.2017, 16:57 Uhr, Autor: LANDBOTE, Hj. Schifferli

Presse-Artikel Pressevorschau: Der Abstiegskampf zur grossen Feier

LANDBOTE: Das Stadion im Herblingertal ist der neue Stolz des FC Schaffhausen. Heute wird es mit dem Derby gegen den FCW eingeweiht. Das ist aber nicht nur eine Feier, sondern auch ein Abstiegskampf des Zehnten gegen den Achten der Challenge League.

 

2:2 endete im vergangenen September das letzte Duell von FCS und FCW auf der Breite, die – mitten in einem Wohnquartier – über 65 Jahre lang die Spielstätte der Schaffhauser gewesen war. Damals wars noch das Duell zweier Mittelfeldklubs; das Ergebnis wurde entsprechend als beruhigend logisch bewertet; auf den Trainerbänken sassen noch Axel Thoma und Sven Christ.Doch es dünkt einen, als seien das längst vergangene Zeiten. Zuerst stürzte der FCS ans Tabellenende ab, dann rutschte der FCW hinterher – überwintert haben sie auf den Rängen 10 und 9.

Wenn sie sich heute im neuen Stadion wieder treffen, ist es kein Mittelfeldderby mehr, sondern ein gemeiner Abstiegskampf. Und auf der einen Bank sitzt Murat Yakin, assistiert von Bruder Hakan; auf der andern Umberto Romano, assistiert von Dario Zuffi.

Ohne öffentliches Geld

Murat Yakin geholt zu haben, ist der grosse Coup des Schaffhauser Präsidenten Aniello Fontana (70), der sich kaum dazu entschlossen hätte, wäre es eine «normale» Saison gewesen, nicht das Jahr, das mit der Einweihung des Sportparks im Herblingertal beginnt. Und dieses Stadion ist nichts weniger als ein beträcht­licher Teil des Lebenswerks von Fontana, der seit 1991 dem FCS vorsteht. Es übertreibt nicht, wer sagt, ohne Fontana wäre der Bau nie und nimmer zustande gekommen. 60 Millionen Franken kostete die gesamte Anlage mit Mantel für Geschäfte, 16 Millionen davon das Stadion mit beheiztem Kunstrasen.

Ohne jegliche Unterstützung der öffentlichen Hand ­wurde gebaut. Die Schaffhauser Stimmbürger lehnten – mit beträchtlicher Mehrheit auch noch – einen Beitrag von (nur) zwei Millionen Franken an den Bau ab. Und sie lehnten auch einen Beitrag von (nur) 60 000 Franken pro Jahr an die Betriebskosten ab.

Fontana überwand auch diese Widerstände. Und es ist ihm zu gönnen, dass er heute auch dabei sein kann, wenn die Eröffnung stattfindet. Es gab, wegen schwerster gesundheitlicher Probleme, Momente, da man befürchten musste, der Präsident verpasse diesen grossen Moment. Er wird ein sehr gut besuchtes Stadion sehen, 7000 Karten sind schon weg, die Schaffhauser hoffen gar, es würden sämtliche 8000 Sitzplätze belegt sein. 8000 Zuschauer wurden in Schaffhausen schon mal gezählt, als der damals grosse FC La Chaux-de-Fonds zu einem Cup-Halbfinal kam. Die Jurassier siegten auf dem Weg zu ihrem sechsten – und bis heute letzten – Cupsieg 2:0.

Es wird eine Kulisse sein angemessen dem ersten Heimspiel des grossen Murat Yakin auf der Schaffhauser Bank, jenes Mannes, von dem die meisten als selbstverständlich erachten, dass er die Mannschaft vom letzten Platz wegführe – als Nachfolger des noch vor wenigen Monaten für sehr gute Resultate gefeierten Rückkehrers Thoma.

Dass das so einfach nicht sein wird, weiss Yakin selbst. Ein Punkt aus den ersten zwei Spielen war noch kein bedeutendes Signal. Aber die Gegner, Aarau und vor allem Servette, gehören zu den stärksten der Liga, und beide spielten sie zu Hause. «Also ist es schwierig», sagt Yakin, «in diesen beiden Spielen schon einen Gradmesser für uns zu sehen.»

Yakin: «Timing stimmte»

In Aarau sei, fügt Yakin bei, ein Sieg «greifbar gewesen. Aber dann haben wir uns gegen Schluss zu stark in die Defensive zurückgezogen.» Das Ergebnis: ein 2:2. In Genf seien sie dann «überrascht worden vom Tempo Servettes, das aber auch ein eingespieltes Team ist. So lagen wir 0:2 zurück. Doch die Mannschaft reagierte gut, auf dieser zweiten Halbzeit können wir aufbauen.» Allein, noch nicht aufs Resultat: ein 2:3. Also hat der FCS vier Punkte Rückstand auf Chiasso und sieben auf den FCW, allerdings mit dem Match gegen den FC Wil, in der Hand.

«Die beiden Heimspiele in den nächsten Tagen, gegen Winterthur und Wil», sagt Yakin also, «werden zeigen, ob wir die richtige Siegermentalität haben.» Im Herbst sei es ja so gewesen, «dass die Mannschaft oft gut spielte und dann doch verlor. Das ist eine schlechte Mentalität.» Er sagt es in der Wortwahl eines Mannes, der in seiner noch immer relativ jungen Karriere als Trainer zwar schon mal einen Verein, Thun, in die Super League führte; mit einem zweiten, Luzern, so erfolgreich war, dass er beim grossen FC Basel der Nachfolger des Meistertrainers Heiko Vogel werden konnte – und gleich auch Meistertrainer.

Aber eben, es sind auch die Worte eines Trainers, der weiss, wie vielfältig das Geschäft ist, dass man manchmal gar das Pult räumen muss, obwohl man Meister wurde – wie er in Basel. Dort sei es, sagt Sportchef Georg Heitz, Yakin trotz der Erfolge zum Verhängnis geworden, dass sich prominente Fussballer im Kader, die früher mit ihm noch zusammengespielt hätten, querstellten, als er sie auszuwechseln begann oder dann auch mal gar nicht aufstellte. «Dabei war das doch auch mutig», wie Heitz beifügt. In Basel sagen manche aber auch, der Trainer Yakin sei eben nicht der Fleissigste gewesen.

Anderthalb Jahre seit seinem einjährigen Gastspiel bei Spartak Moskau war Yakin nun ohne Job. Viele staunten natürlich, dass sich einer wie er herablasse, bei einem zweitklassigen Verein wie Schaffhausen einzusteigen. Er sagt: «Das Timing hat gestimmt. Ich fühlte mich bereit, auf den Platz zu stehen. Und ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, auch mal in einer tieferen Klasse arbeiten zu können. Man kann überall Dinge entwickeln und eine Mannschaft weiterbringen.» Darüber hinaus sei es auch ein bisschen Zufall gewesen – «das neue Stadion, der Präsident», der ihn bekniete.

Yakin und der Captain

Es gab ja ein Jahr zuvor, nach der Entlassung Jürgen Seebergers auf der Schützenwiese, durchaus Gedankenspiele, Yakin könne in einer «tieferen Liga» auch beim FCW antreten, zumal er beste Kontakte zu Winterthurer Exponenten hat. Allein, über «lose Gespräche» hinaus gedieh das nie. Also wurde Sven Christ Nachfolger Seebergers und Vorgänger des Duos Romano/Zuffi.

Vor einem Jahr stand auch, mehr als nur «lose», zur Diskussion, ob der in Thun nicht mehr zufriedene Schaffhauser Offensivstratege Gianluca Frontino auf die Schützenwiese komme oder auf die Breite zurückkehre. Er wechselte dann nach Schaffhausen. Und jetzt ist seine Lage so: Yakin hat ihn, den Captain, beim Startspiel in Aarau bis zur 76. Minute auf die Bank gesetzt; in Genf fehlte er wegen muskulärer Probleme. Yakin sagt: «Ich habe nach der Vorbereitung entschieden, dass andere den Vorrang haben, weil sie mehr bringen für die Mannschaft. Er weiss Bescheid.» Immerhin, seit ein paar Tagen kann Frontino wieder trainieren, er steht heute im Schaffhauser Aufgebot. Und ist trotz alledem beim FCW wieder ein Thema.

Aber wichtiger sind heute die Punkte – in einem Spiel wie diesem sind es gemäss Jargon ja gar sechs, die zu holen sind. Gewinnt der FCS, liegt er noch vier Pluspunkte, aber nur noch einen Minuspunkt hinter dem FCW; gewinnt der gleich als erster Gast im Herblingertal, steht er um zehn Plus- und sieben Minuspunkte besser da. Das ist schon ein Unterschied. hjs

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