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05.05.2017, 08:32 Uhr, Autor: LANDBOTE; U. Kindhauser

Presse-Artikel FCW-Frauen auf dem Weg nach oben

LANDBOTE: Das Projekt Frauenfussball beim FC Winterthur ist auf gutem Weg. Nach zwei Dritteln der Meisterschaft führt das Team des FCW die Drittliga-Gruppe 1 klar an. Trainerin Adrienne Krysl will aber nicht nur aufsteigen. Sondern wertvolle Spielerinnen ausbilden.

 

5:0 gegen Altstetten, 7:0 gegen Bülach, 8:0 gegen Höngg und am letzten Sonntag 7:0 gegen Niederweningen. Wer sich den Winterthurer Fussballerinnen in den Weg stellt, wird niedergemäht, so macht es den Anschein. Der Aufstieg in die 2. Liga ist aber keine Formsache. Der Vorsprung auf Verfolger Furttal beträgt zwar neun Punkte, der härteste Konkurrent hat aber ein Spiel weniger ausgetragen und empfängt die Winterthurerinnen am übernächsten Sonntag zum direkten Duell.FCW-Trainerin Adrienne Krysl ist aber schon überzeugt, dass ihre Mannschaft den Aufstieg schaffen wird. «Die Mannschaft hat sich stark entwickelt», lobt sie. «Sie setzt meine Schwerpunkte enorm gut um.» Kommt hinzu, dass der FCW in der Winterpause eine prominente Verstärkung erhalten hat: Von den Grasshoppers stiess mit Margaux Kalberer eine langjährige NLA-Spielerin dazu. Nicht um eine ruhige Kugel zu schieben, sondern weil sie eine neue Herausforderung suchte. «Sie hat unser Projekt von Anfang an verfolgt und angefragt», berichtet Krysl. Das spricht dafür, dass sich in Winterthur etwas Gutes entwickelt.

Das Ziel Krysls und der Initiantin (und Innenverteidigerin) Sarah Akanji ist es, in Winterthur «etwas Nachhaltiges» im Frauenfussball aufzubauen. Es könne nicht sein, dass man zweimal40 Minuten Auto fahren müsse, um leistungssportmässig Fussball spielen können, sagt Krysl. Die Seuzacherin spielte selberin der NLA für Schwerzenbach, die Grasshoppers und St. Gallen. Auch Akanji pendelte von Wiesendangen nach St. Gallen.

Trainerin aus Berufung

Das Projekt in Winterthur hat sich gut angelassen. Für ein erstes Sichtungstraining kamen letztes Jahr nicht weniger als 64 Spielerinnen, 23 stehen aktuell im Kader. Vom FC Lohn konnte der Platz in der 3. Liga übernommen werden. In der 2. Liga zu beginnen, wäre möglich gewesen, wenn der FC Wiesendangen oder Phönix Seen, die momentan höchstklassierten Klubs der Region, eingelenkt hätten. Das klappte nicht, was Krysl bedauert: «Das Ziel ist ja nicht, die anderen Klubs auszustechen, sondern gemeinsam etwas für den Frauenfussball zu schaffen. Was wir machen, ist ein Angebot. Junge Spielerinnen sollen hier in ihrer Region Leistungssport betreiben können, zu der sie einen Bezug haben und in der die Wege kurz sind.»

 

Adrienne Krysl ist erst 29 Jahre alt. Trainerin zu sein, ist für sie Berufung. Sie hat auf eine Fortsetzung ihrer eigenen Spieler­karriere verzichtet, um all ihre Aktivitäten und den Job als medizinische Praxisassistentin unter einen Hut zu bringen. Beim Schweizerischen Fussballverband hat sie die Ausbildung zur Instruktorin, also Trainerausbildnerin, begonnen. Sie wäre die erst siebte Frau, die dieses Diplom erhält.

Haltung und Richtung

Beim Engagement für den Frauenfussball in Winterthur geht es ihr freilich um viel mehr, als möglichst gute Spielerinnen zusammenzukriegen und dann so schnell wie möglich so hoch wie möglich aufzusteigen. Es geht ihr um Werte. «Ich will die Frauen als wertvolle Spielerinnen ausbilden. Sie sollen nicht herkommen, um nur zu profitieren. Sie sollen Verantwortung übernehmen, den Teamsport leben und Vorbilder sein.» Es kommt der Trainerin nicht allein auf die sportliche Leistungsfähigkeit ihrer Spielerinnen an. «Ich arbeite mit denen, die wollen und die bereit sind, Opfer zu bringen. Viele haben jahrelang auf diese Chance gewartet.»

 

Anfänglich musste aus einem zusammengewürfelten Haufen erst einmal ein Team gebildet werden. «Wir haben gemeinsam erarbeitet, was für uns wichtig ist, was wir voneinander erwarten. Das sind unsere Commitments.» Daran orientieren sich die Ziele. Das grosse Ganze bezeichnet sie als «Vision»: «Wir wollen eine Plattform für guten Frauenfussball sein.» Der Zeitfaktor spiele dabei eine untergeordnete Rolle. «Wichtig ist die Haltung und die Richtung.»

Nach oben soll es natürlich schon gehen. Krysl kennt die Verhältnisse im Frauenfussball exakt und denkt, ihr Team hätte jetzt schon das Zeug, um auch in der2. Liga eine gute Figur zu machen: «Das Potenzial ist da.» Krysl ist auch überzeugt, beim FCW werde jetzt schon härter gearbeitet als anderswo in der Region. Dabei bleibe aber wichtig: «Wir wollen Freude haben am Fussball und mit intensiven Trainings zeigen, was man herausholen kann.» Wie die Resultate beweisen, ist das sehr viel. uk

 

 

FC Winterthur

Es mangelt am Platz

Beim FCW fühlen sich die Fussballerinnen wohl. «Der Klub gibt uns ein Zuhause», sagt Trainerin Adrienne Krysl. Klar ist aber auch: Wenn das Projekt wie ­erhofft voranschreitet, steigen ­irgendwann die Anforderungen. Nicht nur an die Spielerinnen und den Staff, sondern auch an den Klub. Es braucht mehr Trainingszeit, mehr Mannschaften, womöglich Juniorinnen, mehr Engagement, wohl auch mehr Geld. «Davon sind wir aber noch weit weg», das weiss auch Krysl. 
Geschäftsführer Andreas Mösli sieht diese Herausfor­derungen auch auf den FCW zukommen, doch es gibt ein grosses Problem: «Wir können im Moment nicht mehr Mannschaften haben, weil dafür schlicht der Platz fehlt», bedauert er. Das gelte nicht nur für die Schützenwiese, sondern für die ganze Stadt. «Deshalb sollten wir vor allem Kooperationen mit den anderen Klubs anstreben, denen Frauenfussball wichtig ist.» Eine Voraussetzung ist für Mösli auch: «Erst müssen wir ein gewisses Niveau erreichen», das heisst: Das Frauenteam des FCW muss die klare Nummer 1 in der Region werden, also in der 1. Liga spielen. Nominell ist es im ­Moment, als Drittligist, die Nummer 3 hinter Phönix Seen und Wiesendangen in der 2. Liga. uk

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