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11.02.2017, 10:31 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Pressevorschau: Mitten im Abstiegskampf

LANDBOTE: Der Start ins Frühjahr war ein Debakel, der FCW ist mitten im Abstiegskampf. Nicht anders ist die Ausgangslage vor dem ersten Heimspiel 2017, gegen Servette, zu sehen.

 

Es hat dieser Tage einer, der jahrelang selbst für den FCW spielte, gesagt: «Die steigen noch ab und merken es nicht.» Er denkt wohl, dass auf der Schützenwiese die Lage unterschätzt werde. Dabei gibt es Warnungen genug, die Vorstellung am vergangenen Samstag in Chiasso müsste eigentlich genügen. Es war ein desolater Auftritt, ungenügend in jeder Beziehung – ein 1:4 gegen einen bescheidenen, aber kämpferischen Gegner. Und dies vor allem: Das klare Ergebnis entsprach haargenau den Leistungen. Es war um kein Tor zu hoch.Dass am Dienstag der Vizepräsident Mike Keller und De-facto-Sportchef Wolfgang Vöge nach dem Nachmittagstraining in der Kabine bei der Mannschaft vorsprachen, darf man als Zeichen sehen, dass die Vereinsführung das Resultat nicht unterschätzte. Für Winterthurer Verhältnisse war das ja schon viel. Auf schärfere Massnahmen wurde verzichtet. Auch der Trainer, Sven Christ, ist noch im Amt, andernorts hätten seine Zahlen als Begründung für einen Wechsel gereicht. So wie andernorts muss es in Winterthur ja auch nicht sein. Aber die Zeichen müssen auf Alarm stehen – auch für den Trainer.

Es sieht düster aus

Denn die Zahlen sind düster – fürs ganze Jahr 2016, für die ersten 19 Runden der Saison 2016/17. In der laufenden Spielzeit sank der FCW mit der Niederlage im Tessin auf einen Schnitt von weniger als einen Punkt pro Spiel – 19 Matches, 18 Punkte. Vergleichbar mies war der FCW seit der Abstiegssaison 1997/98 nur einmal. Das war in der absoluten Krisensaison 2002/03, als es in der Anfangszeit des Präsidenten Hannes W. Keller in erster Linie darum ging, den Verein zu retten; als er mit acht Punkten Abzug startete. Er gewann dann auf dem Platz in 36 Spielen 36 Punkte; er wurde Letzter der Abstiegsrunde der Nationalliga B. Aber abgestiegen ist keiner, weil Lausanne und Lugano Konkurs anmeldeten.

Acht Jahre ist es her – und es lief die letzte Saison unter Trainer Mathias Walther –, dass der FCW elf Ligaspiele sieglos blieb. Jetzt sind es zehn Matches ohne Dreier. Letztmals gewonnen hat der FCW – vom 2:1 gegen den FC Chiasso im Cup abgesehen – am 26. September. An jenem Montagabend schlug er Servette mit einer sehr starken zweiten Halbzeit in einem insgesamt guten Spiel 3:2. Danach war der FCW mit 14 Punkten aus dem ersten Meisterschaftsviertel Fünfter, Servette mit sieben Punkten Achter. Mittlerweile sieht das ganz anders aus: Die Genfer schoben sich mit 21 Punkten aus zehn Spielen locker am FCW vorbei auf Platz 3; der wiederum rutschte mit seinen vier Unentschieden und sechs Niederlagen auf den zweitletzten Platz ab. Nur der FC Zürich hat in dieser Zeit mehr ge-punktet als Servette; nicht einmal der souveräne Tabellenzweite Neuchâtel Xamax schaffte das.

Servette mit breiter Brust

Und heute kommen die Genfer auch noch mit der breiten Brust, am Montagabend als erste Schweizer Mannschaft in dieser Saison den FCZ geschlagen zu haben – 2:1 mit einer vor allem defensiv disziplinierten Leistung. Das war ein Signal des neuen Trainers Meho Kodro, eines 50-Jährigen aus Bosnien-Herzegowina, der seine Karriere als Trainer grösstenteils in Spanien machte. Dort bei Real Sociedad San Sebastian aber als Assistent, Nachwuchs- und «Zwei»-Trainer. Als Spieler war er Internationaler in der Endphase Jugosla-wiens und dann in den ersten Jahren Bosnien-Herzegowinas.

Er folgte Ende Dezember auf den jungen Aufstiegstrainer der Genfer Anthony Braizat, dem die Vereinsleitung erklärtermassen nicht zutraute, den nächsten Aufstieg zu schaffen – nicht mehr, wie im vergangenen Frühjahr, von der Promotion in die Challenge League, sondern in der kommenden Saison in die Super League. Denn das ist das klare Ziel des Altmeisters aus der Romandie. Heute kommen die Genfer mit einer Mannschaft, die dafür wohl noch kaum ausreicht. Immerhin gibts wieder einer aus dem eigenen Nachwuchs, der für höhere Aufgaben geeignet erscheint. Der zentrale Mittelfeldspieler Yassin Maouche (19) entwickelte sich in dieser Saison erstaunlich. Offensichtlich ist er bereits im Blick des FCZ. Dass Maouche keinen längerfristigen Vertrag hat, sondern einen, der im Sommer ausläuft, macht ihn zu einem besonders attraktiven Ziel. Immerhin, Topskorer Jean-Pierre Nsame wäre nicht ohne ­ordentliche Ablösesumme zu verpflichten.

«Wir müssen liefern»

«Wir müssen liefern», liefert beim FCW Trainer Christ die Formulierung zum Spiel. Er wird seine Mannschaft sicher ändern, denn im zentralen Mittelfeld wird Kreso Ljubicic nicht spielen. Er pausierte unter der Woche vorübergehend mit dem Training, er war in Chiasso aber auch die grösste Enttäuschung – als einer, der als Leader geholt wurde. Marco Mangold trainiert zwar wieder, ist aber noch nicht matchfit.

Es ist also davon auszugehen, dass Nachwuchsmann Tiziano Lanza (22) seine Chance als «Sechser» erhält. Er steht vor seinem erst zweiten Einsatz von Beginn weg, dem ersten zu Hause. Im Herbst spielte er zusammen mit Nicola Sutter, der heute noch nicht wieder verfügbar ist, beim 1:1 in Aarau. Seither gabs keine «Doppelsechs» mehr, die so ordentlich dichthielt. Ein weiteres Ergebnis des Fehltritts in Chiasso müsste sein, dass Romain Dessarzin nach schwacher Vorstellung nicht wieder beginnt.

Klar ist: Es wird ein «klassischer» Abstiegskampf auf der Schützenwiese sein, der erste seit dem Mai 2011, als Rainer Bieli dem FCW mit seinem Fallrückzieher zum 1:0-Sieg gegen den FC Biel in der zweitletzten Runde den Klassenerhalt sicherte. Es ist, wie es der Jargon nennt, «eine Reaktion» der Winterthurer zu verlangen, auch kämpferisch. Eines allerdings kann ihnen an diesem Wochenende nicht passieren: Dass ihnen der FC Schaffhausen auf die Pelle rückt. Denn dessen Heimspiel gegen Wil wurde verlegt, die Eröffnung des neuen Stadions folgt erst in zwei Wochen – gegen den FCW womöglich in einem nächsten «klassischen» Abstiegskampf. hjs

 

 

Eine Liga hat ihren nächsten Eklat

Vier vom Konkurs bedrohte oder befallene Vereine in fünf Jahren – das ist die unrühmliche Bilanz der Challenge League. Der FC Wil ist ihr neuster «Fall» in dieser Reihe.

 

Roger Bigger, ehedem Präsident

des FC Wil, dann dessen Verkäufer,

nach dem brutal abrupten

Abgang des türkischen Investors

Mehmet Nazif Günal nun in der

Rolle des Anführers in der «Taskforce

» zur Rettung des Vereins,

sagte es dieser Tage: «Wir wollen

kein neuer FC Biel werden.» Die

Wiler wollen also nicht, dass ihr

Überlebenskampf, ist er aussichtslos,

in eine lange Agonie

übergeht wie vor einem Jahr jener

der Bieler des unseligen Präsidenten

Carlo Häfeli. Sie spielten

noch, als ihre Lage aussichtslos

war – bis ihnen Ende April,

sechs Runden vor Schluss, die Lizenz

entzogen wurde.

Was die Wiler wollen, ist zum

einen ehrenwert. Aber man stelle

sich vor: Der FC Wil wirft Ende

Februar das Handtuch, die Liga

muss mit neun Klubs weitermachen,

mit einem FCZ, der längst

als Aufsteiger designiert ist, mit

acht Vereinen, die nichts mehr zu

ermitteln haben, schon gar nicht

den Absteiger, der ja Wil heisst.

Es wäre ein Horrorszenario, ein

teures Halbjahr für jeden dieser

Vereine und ein nächster schwerer

Imageschaden für die zweite

Zehnerliga.

 

Von Bellinzona bis Wil

 

Denn es ist nun schon zum vierten

Mal binnen fünf Jahren, dass

die Liga im Frühjahr durch den

drohenden Kollaps eines ihrer

Mitglieder gepeinigt wird.

2012/13 war die AC Bellinzona

sportlich zwar eine Spitzenmannschaft.

Aber finanziell war

sie am Ende, weil ihr Präsident

Gabriele Giulini sein Erbe aufgebraucht

hatte. Zuerst erhielt sie,

als Tabellenzweiter, die Lizenz

für die Challenge League nicht

mehr, dann ging sie in Konkurs.

Nach zwei Aufstiegen hintereinander

aus der 2. Liga regional ist

die ACB nun ein Erstligist mit

Aussichten auf den nächsten Aufstieg

in die Promotion League.

2013/14 durfte der FC Locarno

nochmals ein Jahr in der Challenge

League spielen, dank des

Verschwindens des Kantonsrivalen.

Nach einem Jahr aber stieg

auch Locarno ab, sportlich.

2014/15 entwickelten sich die

hochfliegenden Pläne des vom

Eishockey bekannten Servette-

Präsidenten Hugh Quennec allmählich

zum Desaster. Ende März

war der Klub zahlungsunfähig.

Die Lizenz war so nicht zu erhalten,

obwohl die Mannschaft sportlich

Zweiter wurde. Der Servette

FC ging dann, dank einer Gruppe

um den neuen Präsidenten Didier

Fischer, wenigstens nicht in Konkurs.

Nach einem Jahr in der Promotion

League ist er wieder zweitklassig

und gesünder.

 

Die Scheinsicherheit

 

2015/16 durfte der FC Biel nur

dank des Zwangsabstiegs Servettes

in der Challenge League spielen.

Er begann, im neuen Stadion,

vorteilhaft. Aber schon in der

Winterpause zeichnete sich ab,

was dann zu einer Peinlichkeit

sondergleichen um den Präsidenten

Häfeli wurde. Zuerst gabs

Punkteabzüge, Ende April wars

vorbei. Nach dem Konkurs spielt

der neue FC Biel in der 2. Liga

regional – als Tabellenerster.

Und jetzt, 2016/17, ist die Reihe

am FC Wil. Natürlich, diese Entwicklung

um den türkischen Investor

Mehmet Nazif Günal war

nicht abzusehen, nachdem er in

anderthalb Jahren gegen 30 Millionen

in den Verein gebuttert

hatte – nicht zuletzt für ein völlig

überteuertes Kader. Aber Jahr

für Jahr ein Eklat – trotz all den

Auflagen der Liga, die nach jedem

«Fall» wieder verschärft werden.

Dies zeigt, wie bedingt tauglich

diese Lizenzerteilung ist. Genau

genommen vermittelt sie doch

nur eine Scheinsicherheit.

 

Der «aufgelegte Match»

 

Es kann – zum «Fall» Wil – aber

auch gesagt werden, das Risiko,

sich ganz ausländischen Investoren

auszuliefern, sei zu gross, mag

man noch so seriöse Abklärungen

getroffen haben. Und mag es

auch, wie es Manfred Raschle als

Mitglied der Taskforce in der

Sprache des Jassers sagte, ein

«aufgelegter Match» gewesen

sein, die Kombination von tu?rkischem

Geld und Know-how eines

Managements, das sportlich in

den Jahren davor einigen Erfolg

hatte. Von diesem Know-how

wollten die Türken ja nichts wissen.

Man kann halt auch einen

«aufgelegten Match» versauen.

In Wil sind die Spieler nicht

wirklich zu bedauern, die doch in

erster Linie dem vielen Geld

nachrannten. Immerhin sieht es

danach als, als werde ein für ein

gutes Kader ausreichender Teil

zusagen, zu Bezügen, die auf bis

zu 20, 30 Prozent des bisherigen

Guthabens reduziert werden.

Einer wie Sandro Lombardi hat

schon am Mittwochabend gesagt,

dass für ihn klar sei, mitzumachen:

«Ich will die Saison fertigspielen.

» Am ehesten leben könnten

die Wiler mit einer Strafe, die

ihnen droht, weil die türkischen

Investoren (und Aktienbesitzer)

ihre «Wertpapiere» verkauft haben

sollen, ohne die Liga zu benachrichtigen.

Und das wäre Vorschrift.

Es ist auch aus Sicht der Konkurrenz

zu hoffen, dass die Wiler

den Neuanfang schaffen, dass die

Liga vom Horrorszenario eines

Frühjahrs ohne leiseste Spannung

verschont bleibt. Wie ihr

wirklich zu helfen ist, bleibt

schwer zu beantworten. Oder wie

es Andreas Mösli, der Geschäftsführer

des FC Winterthur, sagt:

«Man muss von den hohen Kosten

herunterkommen.» Aber wie? hjs

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