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17.11.2016, 08:43 Uhr, Autor: LANDBOTE; A. Mebold

Presse-Artikel «Fussball ist mehr als ein Spiel»

LANDBOTE: Die Volkshochschule hat keine Berührungsängste mit Fussball. Niemand nickte ein, als Andreas Mösli erzählte, wie der FC W vor der Pleite gerettet wurde und bei den Fans wieder viel Ansehen geniesst – trotz sportlich durchschnittlichen Leistungen

 

Was haben der FC Bayern München und der FC Winterthur gemeinsam? – Keine Schulden! Sonst aber sind die Unterschiede ziemlich gross, war im gut besuchten Volkhochschulkurs über den FCW vom Geschäftsführer Andreas Mösli zu erfahren. 2002 stand Winterthurs fussballerisches Aushängeschild kurz vor der Pleite. «Noch 500 Matchbesucher verloren sich auf der Schützi», erinnerte sich Mösli. Der Imageschaden war so gross, dass vorgeschlagen wurde, die zentral gelegene Schützi zu überbauen. Auf diesem Tiefpunkt angelangt, konnte der erfolgreiche Druckmesstechnikunternehmer Hannes W. Keller als Retter in höchster Not gewonnen werden. Als neuer Präsident übernahm er die Schulden von 2.5 Millionen Franken und garantierte die Übernahme des jährlichen Defizits, das bei einem Budget von 4.2 Millionen Franken zwischen 0.7 und 1,2 Millionen Franken variiert. Was Mösli, heute das eigentliche Herz des FCW, nicht explizite sagte: Ohne seinen eigenen idealistischen Ansatz und Einsatz hätte die Schützi und der Verein niemals den Kultstatus erreicht, den er heute bei seinen Anhängern geniesst.

FCW-Talentschmiede

Mösli half dem Verein aus der Krise, indem er ihn zusammen mit dem Präsidenten auf den Weg der Vernunft, eine Seltenheit in diesem Geschäft, lenkte. «Wir verzichteten auf Schnellschüsse und führten eine längerfristige Strategie mit einem nachhaltigen finanziellen und ideellen Fundament ein» umreisst Mösli die neue Vereinsphilosophie. Drei Gönnervereine tragen 210 000 Franken zum Betrieb bei. Mittelfristig will man die erste Mannschaft als Spitzenclub in der Challenge League etablieren, erst langfristig ist ein Aufstieg geplant. Nach seinen Wünschen gefragt, antwortete Mösli nach langem Zögern: «Ich würde gerne mal einen Cup-Final gewinnen!»

Ohne Mösli hätte der Verein niemals den Kultstatus erreicht, den er heute bei seinen Anhängern geniesst. 

Zentral am FCW-Konzept ist, dass man den Klub näher an die Leute bringen will – an die Stadt, die Region, die Fans, die Supporter und die Sponsoren. Die erste Mannschaft ist zwar das Zugpferd, doch ist man ebenso stolz darauf, als Ausbildungsklub auf der höchsten Stufe anerkannt zu werden und den Nachwuchs zu fördern.

«Wir leisten nicht nur Integrationsarbeit, wir vermitteln unseren jungen Spielern auch Kompetenzen, die sie im Alltag gut gebrauchen können», versichert Mösli und ergänzt: «Fussball ist mehr als ein Spiel». Der Aufwand für die Nachwuchsabteilung beträgt rund 800 000 Franken pro Jahr. Zu ihren grössten Erfolgen zählt der Nationalspieler Admir Mehmedi. Solche sportlichen Lichtgestalten motivieren die 200 bis 250 FCW-Talente bei jedem Training und Spiel. Dass die Jungs aber für ihre Träume auch viel opfern müssen, gab alt Stadträtin Pearl Pedergnana in der Fragerunde zu bedenken: «ihre Freizeit ist eingeschränkt.»

Fan-Initiativen

Die neue, zur Hauptsache durch die Stadt finanzierte Stehtribüne, ein architektonisches Bijou, hat dem FCW nicht nur bei den Zuschauerzahlen viel Schub verliehen. So wurde auf dem neuen Dach von Freiwilligen eine gesponserte Solaranlage («AKW Schützi») montiert. Vom Ertrag aus dem Stromverkauf an die Stadt flossen in den letzten anderthalb Jahren 14 000 Franken in die Nachwuchsförderung, bilanziert Mösli diese Initiative aus Fankreisen. Zu den Schützi-Exklusivitäten zählt auch der Salon Erika mit seinem Kunstausstellungsprogramm und der Prosecco-Tränke. Dem regelmässigen Matchbesucher fällt der hohe Anteil von Familien mit Kindern jeweils unter den Zuschauern auf. «Eigens für die Kinder haben wir als Pendant zur «Bierkurve» die «Sirup-Kurve» geschaffen», sagt Mösli. «Wir konnten jetzt die kleine gedeckte Stahlrohrtribüne erwerben, die von einem Verein betrieben wird».

Fanbindung wird aber auch in der Libero Bar gefördert, wo die «3. Halbzeit», sonst ein Begriff für die berüchtigten Hooliganrandale, als lustvolle Party mit Konzerten gefeiert wird. Noch hat man keinen Ersatz für den FCW-Retter Hannes W. Keller gefunden, bedauert Mösli, der aber optimistisch bleibt, auch wenn Kellers Engagement bereits im Juni 2017 zu Ende geht.

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