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24.10.2016, 00:19 Uhr, Autor: LANDBOTE; Hj. Schifferli

Presse-Artikel Presseschau: Eine bedenklich klare Sache

LANDBOTE: Das 1:5 in Wil ist die bisher höchste Niederlage des FCW unter Sven Christ. Er war ohne reelle Chance auf einen Punktgewinn, nicht mal das Tor schoss er selbst.

 

In letzter Sekunde fiel auch noch ein fünftes Tor für die Wiler, die sich danach über den fünften Sieg in Folge und das Vorrücken auf den ersten Platz hinter dem Leader FCZ freuen durften. Marvin Spielmann, ein grösseres Talent, in Wil aber dennoch bis 20 Minuten vor Schluss auf der Bank, brauchte den Ball nach einer flachen Hereingabe des lettischen Nationalspielers Arturs Karasausks nur noch ins Tor zu schieben. Dieser Treffer war immerhin noch ein kleinerer statistischen Wert: 1:4 hatte der FCW unter dem Trainer Christ schon zweimal verloren, in dessen erstem Match im Februar gegen Wohlen und vor drei Wochen in Neuenburg. Jetzt ist ein 1:5 der Minusrekord.

Ein 1:5 ist eine klare Sache, schön für den Sieger, bedenklich für den Verlierer. Für Christ war dieses Ergebnis, wie er hinterher sagte, nicht einmal «zu hoch». Es war einfach die Niederlage einer Mannschaft, die – ein Klassiker – zwar zeitweise gut (oder viel eher: schön) mitspielte, dort aber offensichtlich unterlegen war, wo Fussballspiele entschieden werden, vor den beiden Toren. Wenn es darum ging, abzuschliessen oder einen gegnerischen Abschluss zu verhindern, waren die Wiler ganz einfach dezidierter und damit effizienter. Oder man könnte auch sagen: Sie waren eindeutig reifer.

Als selbst der Goalie patzte

Christ war in seiner Analyse der, wie er es formulierte, «deutlichen Niederlage» korrekt. Er hatte gesehen, «dass wir zweimal die Chance hatten, wieder den Zugriff aufs Spiel zu erhalten». Bis zum 1:0 des Nigerianers Nduka Ozokwo, des rechten Flügelmanns, hatten die Winterthurer ohnehin die feinere Klinge geführt. Aber damit setzt man sich eben zu wenig durch. Dann gingen die Wiler ihren Weg mit dem 2:0, das Ozokwo für Karasausks auflegte, in der 38. Minute. Der erste Zugriff, wieder ins Spiel zu kommen, war kurz vor Halbzeit zu spüren – «und dann wollten wir nach der Pause keinesfalls das dritte Tor kassieren. Das sagten wir uns in der Kabine. Denn wir wussten, dass Wil physisch nicht so stark ist und nachlassen könnte.» Aber das 3:0 fiel 25 Sekunden nach Wiederbeginn, als selbst FCW-Goalie David von Ballmoos patzte. Er liess einen Flankenball fallen.

Dennoch sah Christ nochmals eine Chance nach dem Eigentor des Wiler Linksverteidigers Silvano Schäppi, der eine flache ­Hereingabe Luka Sliskovics ins eigene Tor ablenkte. Das war 20 Minuten vor Schluss der zweite Hoffnungsschimmer für den FCW. Aber fünf Minuten später erwischte Igor Nganga mit dem Kopf eine Freistossflanke Murat Akins – Michel Avanzini verlor das Duell, dahinter zögerte von Ballmoos. Mit drei Toren Vorsprung eine Viertelstunde vor Schluss mussten die Wiler auch allfällige Defizite an Ausdauer nicht mehr fürchten. Es konnte gar einer wie Akin, ein guter Fussballer, der wirklich nicht austrainiert wirkt, als Sieger durchspielen.

Selbst Schäppi sprach für Wil

Es sprach am Ende alles für die Wiler, die Tore, die Effizienz, die Cleverness, die mannschaftliche Solidität. Der Nigerianer Ozowko schoss zwei Treffer und bereitete einen vor, ehe er ausgewechselt wurde. Der Lette Karasausks war einmal Schütze und einmal Vorbereiter, seine Konkurrenten Jocelyn Roux und Samir Fazli sahen es 90 Minuten von der Bank. Oder Schäppi, gleichsam der «Namenlose» in diesem breiten Kreis ­Prominenter: Er bereitete, von Johan Vonlanthen auf den Weg geschickt, das 1:0 vor; mit einem Lauf an Daniele Russo vorbei und einem starken Flachpass. Er traf kurz vor seinem Eigentor mit einem Weitschuss den Pfosten – kurz: Er war eindeutig besser als der Linksverteidiger des Gegners, Leandro Di Gregorio.

Martin Rueda, der Trainer der Wiler, erwähnte hinterher, «dass wir den Gegner teilweise zu viel spielen liessen. Das hat mir nicht gefallen. Wichtig war dann das 2:0, das 3:0 aus meiner Sicht der Todesstoss für Winterthur.» Auch er stellte fest, wie «schön» und mit technischer Fertigkeit die Winterthurer zeitweise spielten. Aber gross zu kümmern brauchte es ihn nicht, weil es sich zu sehr zwischen die Strafräume begab. «Damit müssen wir jetzt aufhören», sagte derweil Christ entschieden zu diesem Thema. Er habe das den Spielern in der Kabine gesagt. Rueda merkte noch an: «Chancen hatten wir wirklich genug.» Offensichtlich genug für fünf Tore.

Aus Winterthurer Sicht fielen diese allerdings teils schon einfach. Wenn selbst der Goalie patzte, wenn die Gegner mal auf der linken, mal auf der rechten Seite laufen gelassen wurden und vor dem Tor keiner stand, der eingegriffen hätte. Vor dem 3:0 erlaubten draussen Di Gregorio und, auf ein inexistentes Abseits verweisend, Guillaume Katz Ozokwo den Flügellauf; und drinnen liess Russo Karasauks einfach köpfeln.

Einfach mehr Biss

Es mag ein Manuel Sutter gute Szenen gehabt haben, allerdings ohne entscheidenden Abschluss. Es mag Marco Mangold, neben Robin Kamber als zweitem «Sechser», hart gearbeitet haben. Es mag Sliskovic noch ein gewisses Plus gebracht haben, doch geschlagen wurde der FCW eindeutig als Kollektiv. Es war derselbe Eindruck, einem Spitzenteam so deutlich wie grundsätzlich unterlegen zu sein wie schon gegen den FCZ, gegen Aarau und gar zweimal gegen Neuchâtel Xamax. Es war also ein ganz anderes Spiel als vor sechs Wochen, als der FCW bei Ruedas Debüt das Heimspiel 3:0 gewann. Inzwischen steht ein anderer FC Wil auf dem Platz, einer, der allmählich auftritt, wie es seiner ziemlich luxuriösen Besetzung entspricht. Der FCW aber ist nicht weitergekommen, eher im Gegenteil.

Immerhin, es war nach langer Pause wegen Knieproblemen erstmals die eigentlich prominenteste Neuerwerbung in einem Teileinsatz zu sehen: Kreso Ljubicic kam in der 55. Minute zusammen mit Sliskovic; fortan war er in einem 4-1-4-1 (statt 4-4-2) einziger «Sechser». Seine Pässe kamen an, wenn auch meist über geringe Distanz. Ob er der Mannschaft schon helfen kann, ist danach nicht zu beantworten, zumindest nicht positiv. Eigentlich muss sie sich schon selbst helfen, ganz simpel mit mehr Biss. Zu wichtig ist das nächste Spiel, am Mittwoch im Cup gegen den FC Chiasso. hjs

 

 

+ + +  M A T C H T E L E G R A M M  + + +

FC Wil – FC Winterthur 5:1 (2:0)

Sonntag, 23. Oktober 2016, 15.00h - Bergholz. – 1360 Fans (davon 350 aus Winterthur) – SR Erlachner. –
Tore: 20. Ozokwo 1:0. 38. Karasausks 2:0. 46. Ozokwo 3:0. 69. Schäppi (Eigentor) 3:1. 74. Nganga 4:1. 93. Spielmann 5:1.

Wil: Deana; Nganga, Papp, Bühler, Schäppi; Odzokwo (60. Lombardi), Mlinar, Gomis (80. Stillhart), Vonlanthen (69. Spielmann); Akin; Karasausks.

FCW: Von Ballmoos; Avanzini, Russo, Katz, Di Gregorio; Dessarzin (55. Sliskovic), Kamber, Mangold, Radice (55. Ljubicic); Manuel Sutter, Silvio (67. Nsiala).

Bemerkungen: Wil ohne Korkmaz, Keller, Stadelmann, Bottani (verletzt), Ajeti und Gjoshi (nicht im Aufgebot). – FCW ohne Schuler, D’Angelo, Gazzetta und Krasniqi (verletzt); erster Einsatz von Kreso Ljubicic; nach dessen Einwechslung der FCW in einem 4-1-4-1 mit Ljubicic als Sechser, Silvio als Sturmspitze. – 44. Wils Assistenztrainer Ercüment Sahin auf die Tribüne geschickt (übermässiges Protestieren). 66. Pfostenschuss Schäppis.

Verwarnungen: 26. Avanzini (Foul; fürs Spiel in Aarau gesperrt). 36. Mlinar (Unsportlichkeit). 39. Ozokwo (Foul). 42. Papp (Unsportlichkeit) und Kamber (Unsportlichkeit; fürs Spiel in Aarau gesperrt). 53. Nganga (Notbremse; Rot wäre sicher nicht falsch gewesen).

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